Wochenbett – was ich beim zweiten Mal anders gemacht habe

Meine Freundin hat vor Kurzem ihren kleinen Sohn bekommen, und ich freu mich so mit ihr!!! Außerdem beneide ich sie ein bisschen ums Wochenbett – dieses stundenlange Baby kuscheln, stillen, herumsitzen und -liegen. (Ok, um manches beneide ich sie aber nicht, ich sag nur Wochenfluss etc.) Mein zweites Wochenbett ist ja nun gar nicht so lange her, trotzdem hab ich das Gefühl, ich hab schon zwei riesige Kinder und die Babyzeit liegt ewig lange zurück.

baby, boy, 2 weeks, fitundgluecklich.net

Nachdem ich es beim ersten Mal wohl alles etwas schnell angegangen bin und immer nur gewartet habe, dass mein Sohn einen weiteren Meilenstein erreicht, war es beim zweiten Mal doch etwas anders. Schon einmal dadurch, dass ja mein großer Sohn auch da war! Da war teilweise wenig mit stundenlang herumsitzen (obwohl mein toller Mann mich wirklich super unterstützt!). Außerdem ist man beim zweiten Mal natürlich sicherer, kennt manches schon (wenn auch nicht alles, denn es stimmt: jedes Kind ist anders!) und ist gelassener.

Ich hab mir diesmal vorgenommen: ich plane so gut wie nichts, erwarte nichts und rechne mit allem! Das ist für mich etwas Besonderes, denn ich tendiere zum Planen und hab immer recht genaue Erwartungen. (Obwohl mich das Leben als Mama mittlerweile etwas flexibler gemacht hat, gezwungenermaßen :-)) Ein paar Dinge hab ich mir aber doch vorgenommen:

Mein Baby richtig genießen

Nachdem ich nicht weiß, ob ich jemals wieder ein Baby haben werde, wollte ich das zweite Baby so richtig genießen!! Nicht, dass ich das beim ersten Mal nicht auch gemacht habe, aber nun weiß ich wirklich, wie schnell es vorbei geht. Ein paar Wochen, und schon ist das Neugeborene ein großes Baby, und kaum ein paar Monate später ist es schon ein Kleinkind. Alle sagen es einem, ich sags auch immer allen: genieße es, die Babyzeit geht so schnell vorbei! So richtig wissen, wie das ist, kann man aber erst, wenn man es einmal selbst erlebt hat.

Mit einem Kleinkind daneben, genießt man natürlich anders als beim ersten Mal, aber es ist trotzdem möglich. Mein Mann hat mich toll unterstützt, aber auch wenn ich mit den Kindern alleine war, gab es einzelne Momente in denen ich mich daran erinnert hab zu genießen. Ein kurzes Innehalten beim Stillen, einmal riechen am Babykopf während der Große ein Bild malt etc. Aber auch den Großen hab ich ganz anders genossen, weil die Exklusivzeit mit ihm ja nun weniger ist als vorher. Ich denke aber, ich hab das ganz gut hin bekommen, auch wenn es mir trotzdem wieder zu schnell vergangen ist :-)

Besuche einschränken

Ich hab eigentlich schon beim ersten Mal gesagt: ich will wenig Besuch haben, Freunde und Familie müssen einfach warten, das Baby bleibt ja länger. Tja, so war das dann absolut nicht, ich wollte ihn ohnehin allen zeigen weil ich so verliebt war, und irgendwie hatten wir dauernd was vor. Die geplante Ruhe kam viel zu kurz, und nicht nur einmal hätte ich am liebsten geheult, wenn wir Nachmittags wo waren, das Baby friedlich geschlafen hat und alle meinten: „Oh, der schläft aber brav“ – dass er (und damit ich) die ganze Nacht munter gewesen waren, hat man ja nicht gesehen. Das wollte ich diesmal definitiv anders machen, obwohl ich nicht wusste, wie sich das mit dem großen Bruder vereinbaren lassen wird.

Im Endeffekt hat das recht gut geklappt! Ich muss dazu sagen: das Interesse am zweiten Baby ist naturgemäß von den anderen irgendwie kleiner, das erste Baby ist einfach was ganz Besonderes, auch für Freunde und Familie! Und diesmal mussten wir ja nicht nur uns als Paar neu sortieren, sondern uns als Familie mit Kind (und Hund) – alles war wieder neu und braucht erst einmal Zeit, sich einzuspielen.

Mutter stillt Baby

Den Perfektionisten in mir ausblenden

Tja, das ist so ein Punkt an dem ich immer arbeite. Ich bin von Natur aus Perfektionist und will auch allen alles recht machen. Geht nicht, wissen wir, aber wissen und leben ist nicht das selbe. Ich wollte also diesmal die Wohnung Wohnung sein lassen, das Chaos auch einmal belassen und mehr ruhig sitzen. Und das eine ganze Weile lang. Das Wochenbett heißt nämlich Wochenbett und nicht Tagesbett – man sollte sich und seinem Körper also durchaus auch diese Zeit geben.

Teilweise ist man ja ohnehin einfach gezwungen ruhig zu sitzen, wenn das Baby nur stillen will. Mit Kleinkind herrscht aber automatisch auch mehr Chaos, das muss man erst einmal „übersehen“ :-) Diesen Punkt habe ich teilweise erfüllt – es war (oder ist) einiges chaotischer und unordentlicher als ich es gerne hätte, aber die Zeit ist nun mal knapp, und da entscheide ich mich immer zuerst für meine Familie, dann für die Arbeit und für Sport und dann erst für Putzen und Haushalt. (Klingt jetzt als würden wir im schmutzigen Chaos leben, so ist es auch wieder nicht, aber ganz so perfekt sauber wie ich es gerne hätte ist es eben nicht!)

Es ist alles eine Phase

Was all diesen Punkten gemeinsam ist: ich wusste beim zweiten Mal, dass es nicht immer so bleiben wird! Dass es tolle Momente gibt, aber auch schlimme, dass aber keiner bleibt – das Leben mit Kindern ist eine ständige Veränderung!

Wie war das bei den anderen Zweifach-Mamis? Habt ihr beim zweiten Mal etwas anders gemacht?

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