Race Recap: Spartan Sprint in Tirol

Ich bin gerade am Heimweg von meinem ersten Spartan Race – dem Sprint in Tirol! Immer schon wollte ich einen Hindernislauf (einen „Gatschlauf“ wie ich sie nenne) bewältigen, war sogar schon einmal wo angemeldet, aber da kam mir eine Verkühlung in die Quere. Als dann Kristin im Frühjahr einen Startplatz zum Spartan Race verloste hab ich ohne groß nachzudenken mitgespielt – und gewonnen! Nur wenige Wochen später sollte das Rennen sein, mir war das alles zu schnell und mit Oliver auch nicht möglich, da ich eine lange Anreise nach Deutschland gehabt hätte und ja noch gestillt habe. Reebok war also so nett und hat den Gutschein verlängert – ich konnte also jetzt im Herbst in Tirol starten!! Die Anreise ist hier kürzer (wobei trotzdem lange ;-)) und mittlerweile hab ich Oliver abgestillt – mehr dazu bald.
I’m on my way home from my first Spartan Race – the sprint in Tyrol! I always wanted to do such an obstacle race, I even was registered for one, but unfortunately was sick on the start day. So when Kristin did a giveaway for a start at the Spartan Race in spring I entered without thinking – and won! The race should have been only a few weeks later and it was a bit too soon for me – going to Germany was just not possible, as I still nursed Oliver. Reebok was so nice to prolong my voucher and I could start now in Tyrol! Going there is a bit shorter (although still long ;-)) and as I weaned Oliver finally (more on that soon) it was good timing. 

Am Renntag bin ich also um 6:30h in den Zug gestiegen, hundemüde und nervös. Nach 5h und einmal umsteigen bin ich in Oberndorf ausgestiegen und war überwältigt, so so schön!! Berge, blauer Himmel, Wiesen, Kühe…und mittendrin die Spartaner! Ich hab schnell mein Zimmer bezogen und mich noch 2h aufs Ohr gehaut, danach hab ich mich erheblich frischer gefühlt, wenngleich ich auch immer noch nicht in Hochform war. Das hat mich ein bisschen unsicher gemacht, ob ich das Rennen denn auch schaffen würde – 5km+, ich wußte also gar nicht, wie lange es wirklich werden würde, und unzählige Hürden, die es zu überwinden galt. Über die Hürden hab ich mir gar nicht so viele Gedanken gemacht, eher über die Strafe, wenn man eine nicht schafft: 30 Burpees! Die hab ich im Vorfeld auch ausgiebig geübt, ca. 10 schaffe ich mit einem richtigen Liegestütz, die restlichen dann in der Damenvariante. (Die Leute in meiner Nachbarschaft kennen mich wohl mittlerweile als die Verrückte, die mitten am Gehsteig herumhüpft, aber hey, alles fürs Rennen ;-))
So I jumped crawled in the train on race day at 6:30 am, tired and nervous. After 5 hours and one train change I got off the train in Oberndorf and was overwhelmed, it was so nice! Mountains, blue sky, endless lawns, cows…and right in the middle a hoard of Spartans! I moved in my room and slept for 2h. Afterwards I was a bit more refreshed, although still not in top form. Which made me even more unsure if I can do the race – 5km+, I didn’t know how much it really would be, and which obstacles would wait for me. I didn’t think a lot about the obstacles, more about the penalty if I can’t do them: 30 burpees! I trained them a lot, can do about 10 with a real pushup, the others on my knees. (People in my neighborhood know me as the crazy lady who jumps right on the sidewalk ;-))

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Als ich aufs Veranstaltungsgelände kam wurde ich bald mitgerissen von der ausgelassenen Stimmung der anderen Läufer und der Zuschauer. Ich hatte genügend Zeit, hab mir also alles genau angeschaut und wurde immer noch nervöser, als ich die vielen Hürden kurz vorm Zieleinlauf sah: eine hohe Holzmauer; Stacheldraht, knapp über dem Boden gespannt, durch den man durchrobben musste – geschätzte 100m weit, also wirklich weit; Seile zum Klettern; ein Netz über das Areal mit den Seilen, das man überwinden musste; einige Erdwälle mit Wassergräben dazwischen; Tunnel zum durchrobben; noch eine Holzwand, diesmal schräg und glitschig, aber immerhin mit Seil zum hochziehen; und am Ende den Feuerwall zum drüberhupfen! Wow, mir war ganz schummrig, das war ja nur das Ende – wie würde es wohl während des Laufs sein?
When I came to the festival area I soon was drawn in by the good vibes of the other racers and the audience. I had enough time so I strolled around and got even more nervous, when I saw all the obstacles right before the finish line: a high wood wall; barbwire, stretched shortly above ground, where one had to crawl through mud; ropes to climb on; a net to climb; some mud hills with goits in between; tunnels; another wall, this time sloped and slick, but with a rope to hold on to; and at the end a fire to vault over! Wow, I was overwhelmed, thats just the end – how would it be during the run? 

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Kurz vor 16h fand ich mich im Startbereich für das gemeinsame Aufwärmen ein. Nach ein paar: „Was seid ihr?“ – „Spartaner“ Schreien und dem Kampfschrei ging es dann los. Ich fühlte mich absolut nicht fit und hatte wirklich Angst, die Strecke zu schaffen. Gleich nach ein paar Metern ging es über einen Erdwall und durch einen angrenzenden Wassergraben, die Schuhe waren also schnell nass und schlammig (und schwer!). Über eine Holzmauer, die ich überraschend einfach bezwingen konnte, ging es dann laufend weiter in den Wald und bald kamen wir zu einem großen Schwimmbecken. Ein Sprung ins eiskalte Nass und 10-15m (ich kann so schlecht schätzen ;-)) durchschwimmen – danach war ich munter, aufgeputscht und bereit für alles! Wer mich kennt weiß, dass ich normal langsam ins Wasser gehe, der Sprung hat mich also sehr viel Überwindung gekostet.
Shortly before 4pm I went to the starting area for the warm-up. After some „Who are you“ – „Spartans“ -shouts we started to run. I didn’t feel fit at all and really was worried if I would make it to the finish line. After a few meters we had to run over a mud hill and through a goit, so my shoes were wet and muddy (and heavy!) already by then. The course went over a wood wall, which I climbed surprisingly easy, then through a wood and to a large swimming pool. A jump in the cold water and swimming about 10-15m (I’m not good at estimating) – after that I was wide awake, stimulated and ready for everything! The ones who know me know, that I normally go in water slowly, this jump really cost me some effort.

Der „Sprint“ war im Endeffekt sehr viel schnelles Gehen – nicht nur bei mir, sondern bei allen in meiner näheren Umgebung. Die Kräfte zwischen den Hürden mussten geschont werden, und manchmal war Laufen aufgrund des Untergrunds auch gar nicht möglich – Schlamm, glitschiger steiler Waldboden, längs durch einen eiskalten Bach (gratis Kneipp Kur ;-)). Oder wir haben etwas getragen, große Sandsäcke, Kübel gefüllt mit Kies (natürlich selbst eingefüllt)… auch da war Gehen schon anstrengend genug.
The „sprint“ was lots of fast walking in the end – not only for me, but for everyone around me. We all saved our strength for the obstacles and sometimes running just wasn’t possible – mud, slippery, steep forest floor, going through a cold stream (Kneipp cure for free ;-)). Or we had to carry something, large sand bags, buckets filled with stones (filled by ourselves of course)…walking was hard enough then.

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Während des Laufs dachte ich gar nicht so viel über die Dauer und Länge nach, es ging einfach von Hindernis zu Hindernis und ich hab mich wie eine Schneekönigin gefreut, dass ich erst sehr spät meine ersten Burpees machen musste. Sogar die Monkey Bars (Metallstangen an denen man sich hängend von einer zur nächsten hanteln muss, wie am Kinderspielplatz) konnte ich ohne Probleme überwinden. Erst beim Speerwerfen hab ich mich der Mehrheit angeschlossen und völlig außer Atem meine ersten Burpees gemacht.
During the run I didn’t really think about the duration or the length, I just went from obstacle to obstacle and was happy as hell that I had to make the first burpees very late in the race. I even conquered the monkey bars (metal bars where you have to go from one to the other hanging, like at the playground) without a problem. Only at the spear throwing I joined about 90% of the racers and did my burpees, completely out of breath. 

Kurz vorm Ziel kam dann eine Motivationswelle: ich wußte, es ist nicht mehr weit! Ein paar Hindernisse noch, die ich getragen von den Anfeuerungsrufen der Zuschauer absolvierte. Das Schlimmste war für mich das Robben – anfangs ging es wirklich gut, aber es ist sehr kräfteraubend und nach allem was schon hinter mir lag schien es mir fast unmöglich. Respekt an alle beim Bundesheer ;-) Ich habs aber geschafft, obwohl ich sicher sehr langsam war. Weiter gings mit dem Seilklettern – ich war so stolz, es bis zur Mitte zur Schaffen, bin dann aber leider abgerutscht, ich war ja voller Schlamm und es gab nirgends eine Möglichkeit mit abzuwischen. Also nochmal Burpees, was schon unglaublich schwer war!!
Shortly before the finish line I got a motivation boost: I knew it won’t be long now! Only a few more obstacles which I conquered carried by the encouragement of the audience. The hardest for me was crawling through mud, below the barbwire. It was very energy-sapping after all I had done before already. Respect to everyone at the army ;-) But I did it, although I was very slow. The next one was the rope climbing, where I was so proud to make it halfway up, only to slip down – I was full of mud and there was no possibility to wipe it away. So burpees again, which was very hard at this moment!

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Dann ging es noch über das Netz, über die Erdwälle und Wassergräben. Die Wälle waren schon extrem matschig und glitschig, es war wirklich schwer wieder aus den Gräben raus zu kommen. Die letzte schräge Holzwand mit dem Seil war die letzte große Hürde – meine Schuhe waren glitschig, die Wand auch, nur mit Mühe hab ichs geschafft mich mit den Armen hochzuziehen. Kurz vorm höchsten Punkt bin ich atemlos einen Moment gekniet und wusste nicht, wie ich mich da noch hochziehen soll. Da kam dann wirklich das Mentale ins Spiel, ich hab kurz die Augen geschlossen, durchgeatmet, und mir gesagt, dass ich das schaffe. Die Alternative wären 30 Burpees gewesen, und die wollte ich nun wirklich nicht mehr machen ;-) Ein Griff auf die andere Seite und schon war ich drüben, so ein kleiner Pep-Talk hilft wirklich Wunder!!
Then it was over the rope net, the mud wall and through goits. The mud walls were extremely slippery already and it was very hard to come up from the goits. The last wood wall with the rope was the last real obstacle – my shoes were already really slippery, the wall was too, and it took me a lot of strength to myself up with my arms. Shortly before the highest point I was on my knees and didn’t know how to pull myself up on the top. Now the mental side really came into play, I closed my eyes for a moment, took a deep breath and told myself that I can do it. The alternative would have been 30 burpees, and I really didn’t want to do them ;-) So I grabbed over the top on the other side of the wall and a moment later I was on the other side. A little pep talk can do wonders!

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Nachdem mir eigentlich so gar nicht mehr nach Laufen zumute war ließ ich mich aber doch noch von den freudigen Gesichtern im Ziel anspornen, bin über das Feuer gesprungen und ins Ziel gelaufen. Ich war so unglaublich glücklich und stolz, ich kann euch das gar nicht richtig beschreiben!! Das Gefühl war wirklich ganz ganz toll und ich möchte das bald wieder machen!!
I didn’t feel like running at all anymore but the happy face on the other side of the finish line really motivated me. So I jumped over the fire and ran over the finish line. I was so incredibly happy and proud, I can’t describe the feeling! It was so great and I want to do it again!!

Für mich hat so ein Hindernislauf wenig von einem „normalen“ Lauf, es ist auf eine ganz andere Art und Weise anstrengend und fordernd. Das monotone Laufen wird durch die Hindernisse unterbrochen, und genau das gefällt mir! Das war also sicher nicht mein letzter „Gatschlauf“, ich freu mich schon, wenn ich gemeinsam mit Oliver an so etwas teilnehmen kann (sofern ihn sowas interessiert natürlich!!) ;-)
For me such an obstacle course has little to do with a „normal“ run, its very strenuous and demanding in its own way. The monotony of the run is interrupted by the obstacles, which I loved!! This was not my last obstacle race for sure, I’m already looking forward to do such events with Oliver (provided he likes it of course ;-))

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Ich wollte euch ja eigentlich noch mitgeben, was ich gelernt habe und nächstes Mal anders machen würde – aber das erzähl ich euch ein anderes Mal. Auch wie man sich für ein Spartan Race vorbereitet sag ich euch noch, nun weiß ich ja, was an meiner Vorbereitung gut war und was ich ändern würde.
I wanted to also tell you what I learned and what I would do differently the next time – but I’ll do that another time. I’ll also show you how to prepare for such a race, now that I know what was good and what I would change.

Seid ihr schon mal einen Gatschlauf gelaufen? Wie war es? Würdet ihr es wieder tun?
Did you ever run an obstacle course? How was it? Would you do it again?

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5 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Hallo Ulli!
    Erstmal Glückwunsch zum finishen des Laufes. Ich werde im Oktober am letzten Wildsau DirtRun mitmachen heuer in NÖ. Bin auch schon total gespannt wie es sein wird und vor allem wie sehr es mich fordert. Besonders vorbereitet habe ich mich nicht wenn man sowieso immer wieder was macht und auch viel läuft wird’s schon kein Problem sein. Eine besondere Herausforderung eben. ;-) LG Christoph

  2. Hey Ulli,
    auch von mit Glückwunsch zum Lauf. Wirklich eine tolle Kulisse in Tirol. So etwas macht einen Lauf gleich doppelt schön. Ich hab dieses Jahr auch meinen ersten Hindernislauf absolviert und finde es auch sehr angenehm, dass das „herkömmliche“ Laufen durch die Hindernisse unterbrochen wird. Allerdings nicht, wenn es sich um Sackhüpfen handelt. DAS war nämlich echt die Hölle! :D
    Viel Erfolg bei denen nächsten Matschläufen und schöne Grüße
    Jörg

  3. Hallo!! Cooler Artikel! Hab letztes Jahr in Wiener Neustadt mitgemacht! Bei der Holzwand mit dem Seil ging es mir genauso wie dir! 😄 Hab dann echt mit schreien usw alles rausgelassen, so ein geiles Gefühl, und mich dann raufgezogen. Bei den Metallstangen bin ich leider abgerutscht :(. Ich wollte dich fragen wie du die Holzwände bezwungen hast? Die würden ja immer höher…hast du um Hilfe gefragt? Lg :)

    • Hi! Cool, ja das Gefühl ist unbeschreiblich wenn man das alles schafft gell :-) Ja, bei mir haben sich alle rundherum geholfen, ich auch jemandem, und mir dann jemand, ohne ist das glaub ich ganz schwer. lg Ulli