{Baby} Oliver beginnt zu essen – breifrei / Oliver starts eating – BLW

Ich mach ja gern alles ein bisschen anders als was allgemein als „normal“ angesehen wird – gar nicht mit Absicht, irgendwie ergibt sich das immer so, ich weiß auch nicht… So auch beim Baby: wir wickeln mit Stoffwindeln (teilweise – Bericht dazu bald), impfen nicht nach Plan (dazu will ich gar nicht mehr sagen, da klaffen die Meinungen ja auseinander) und füttern keinen Brei. Viele kennen das Konzept: das Baby isst von Anfang an alleine, wird also nicht gefüttert, und es isst Fingerfood, keinen Brei. Ich hab dazu ein Buch gelesen, und für mich klang alles ganz logisch. Das Kind entscheidet selbst, weiß es doch am besten, wann es Hunger hat und wann genug ist. Oder was ihm schmeckt. Man greift also nicht in diese natürlichen Abläufe ein, und das hilft dem Kind auch als Erwachsener noch, es hat eine gesündere Einstellung zum Essen. So mal grob gesagt.

I do things differently than whats considered „normal“ – not on purpose, it just sort of happens… also with my baby: we are using cloth diapers (mostly – I’ll share more soon), don’t vaccinate according to the common plan (I won’t say more on that topic, its a very controverse one) and don’t feed the baby with a spoon. Some of you might already know the concept: the baby eats alone, finger food, not mush. I read a book on the topic and everything sounded so logical to me. The baby decides what to eat and how much, as he knows best when he’s hungry and what he likes. So you don’t influence the natural eating process and help the child to maintain his natural feeling of fulness. And they say that these childs maintain a healthier eating attitude through life. So far the basics.

Ich möchte hier gar nicht groß erklären, dazu gibt es genügend andere Berichte im Netz. Ich möchte einfach unsere Erfahrungen mit dem breifreien Konzept (Baby led weaning auf Englisch, also babygesteuerte Entwöhnung) teilen.

I don’t really want to explain the concept in detail, as there are so many other explanations online already. I just want to share our experience with baby led weaning.

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Man fängt damit erst später an als mit Brei, erst so um den 6 Monat, wenn das Baby halbwegs sitzen kann (gestützt), der Zungenstoßreflex weg ist und das Baby Interesse am Essen zeigt. Unser Oliver ist ein sehr interessiertes Baby, er wollte schon früh das haben was wir haben, also auch beim Essen. Sein Papa hat ihm dann einfach mal ein Stück Brot gegeben beim Frühstück, und das mit 4 Monaten. Ich war ja nicht so begeistert, im Buch stand 6 Monate, und ich wußte nicht, ob es wirklich so gut ist da früher was zu machen. Aber da sind die Männer halt anders, die gehen öfter nach Gefühl – und das ist ja auch nicht so falsch, sollte ich endlich lernen. Oliver hat also das Brot abgelutscht und ein paar Teilchen verschluckt, und ein paar Tage später bekam er eine Apfelspalte. Auch daran hat er gelutscht, wirklich viel ist aber nicht im Magen gelandet.

BLW is started a bit later than spoon feeding, around 6 months, when the baby can sit upright (supported) and shows interest in food. Our Oliver is a very interested baby and wanted to have what we have, including food. One time his daddy just gave him a piece of bread for breakfast, when he was 4 months old. I wasn’t very happy about that, the book said around 6 months and I just wasn’t sure if its good to start so much earlier. But men are different, they don’t care about books or experts, they just trust their instincts – I really should start doing that already! Oliver soaked his bread and swallowed some bits, so some days later he got a piece of apple. He sucked on it but didn’t swallow a lot.

Er hat dann ab und zu etwas bekommen, aber so richtig gestartet haben wir erst Anfang Jänner, als er etwas über 5 Monate alt war (er kam 2 Wochen nach EGT, also kann man fast schon sagen, dass er 5,5 Monate war?!) Wir haben den Stokke Steps Sessel mit dem Aufsatz mit Tablett. Darin kann er super bei uns bei Tisch sitzen. Er sitzt da seit er ganz klein ist (also Anfangs natürlich im Babyaufsatz), ist also gewohnt, bei unseren Mahlzeiten dabei zu sein. Wir haben auch ein Lätzchen mit Ärmeln gekauft, das fand ich sehr wichtig und finde es unglaublich praktisch (sonst müsste ich ihn nach jedem Essen umziehen)

From this time on he got some pieces from time to time, but we officially started in January, as he was just over 5 months old (he was born 2 weeks after his due date, so I think you could say he was already 5,5 months old?!). We have the Stokke Steps chair with the baby tray. He can sit there with us at the table. He already did this from the beginning on (in the baby extension), so he is used to be with us during meal time. We bought a bib with sleeves, thats very useful (otherwise I would have to change him after every meal)

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Er bekommt jetzt eigentlich jedes Mal etwas, wenn wir etwas essen. Meist Zutaten von unserem Essen, manchmal genauso zubereitet, manchmal etwas anders (z.B. ohne Salz), manchmal roh. So hat er innerhalb von ein paar Tagen soooo viel gekostet, ich bin eigentlich ganz sprachlos. Anfangs dachte ich, ich werde langsam beginnen, da er immer so viel Blähungen gehabt hat. Aber soll ich euch was sagen?! Seit er mitisst hat er viel weniger Probleme! Keine Ahnung woran das liegt (eine Ausnahme gab es, da war eine Nacht besonders schlimm, ich denke das lag am rohen Paprika?). Das macht aber auch jeder anders, manche geben öfter hintereinander das Selbe, wie beim Brei, manche nur gekocht, manche auch roh, möglich ist viel.

Now he gets something every time we eat. Mostly ingredients of our meals, sometimes prepared the same way, sometimes differently (e.g. without salt), sometimes raw. He tried so many different things during the first few days already, I was speechless. At the beginning I was thinking we should start slow, as he had tummy issues during his first months. But let me tell you: since he’s eating with us he has fewer issues than before!! I don’t really know why (although there was an exception, one night was really bad, I blame the raw red pepper?). Everyone does it differently, some feed the same food for some days, like with spoon feeding, some only cooked things, some only raw, (nearly) everything is possible.

Er kann das Essen zwar nicht wirklich beißen, aber er speichelt es ein, wodurch bei Brot u.ä. schon einiges im Magen landet. Und er kaut mit dem Gaumen und den Zahnleisten darauf herum und kann so auch Stücke abbeißen. (Mittlerweile hat er einen Zahn, da geht das natürlich noch besser ;-)). Große Stücke spuckt er dann entweder aus, oder schluckt sie (konnte gar nicht glauben, wie große Stücke er schluckt, aber die Windel lügt nicht ;-)). Verschluckt hat er sich erst 2x. Das ist glaube ich die große Sorge vieler Eltern. Ich hab da einfach mal denjenigen vertraut, die die Methode schon angewandt haben und sagen, dass die Kinder das schon schaffen. Und ja, er schafft das wirklich. Er „verkutzt“ sich halt, wie wir in Österreich sagen, er hustet kurz und würgt quasi das Stück wieder in den Mund, da erschrickt er zwar kurz aber lächelt danach gleich wieder. Das ist ein Lernprozess, Babys würgen auch schneller um zu lernen, wohin sie das Essen befördern sollen im Mund, und wie gesagt oft ist ihm das nicht passiert bisher.

He can’t really chew the food, but he salivates it and some of it also gets swallowed. He chews with his palate and can get chunks off this way. (Now he already has one tooth, so it gets a little easier ;-)). He spits out large pieces or swallows them (you wouldn’t believe how large some are, but the diaper doesn’t lie ;-)). He only choked twice. I think thats one of the biggest concern of parents. I just trusted those who already tried the method and say that babies can do it. And he really does. When he choked he just coughed, was a bit frightened but smiled shortly after it was over. Its a learning process, babies also choke more easily to learn where to put the food in their mouth.

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Ich bin wirklich sehr froh einen Hund zu haben. Nach dem Essen schick ich Mini einfach hin und lass sie „staubsaugen“ (sie bekommt nun etwas weniger Fleisch bei ihren Mahlzeiten, und alles was Hunde nicht vertragen, wie z.B. Avocado entferne ich vorher). Dann wisch ich nur noch kurz feucht auf, wisch das Tablett ab, zieh Oliver das Lätzchen aus, wisch ihm Hände und Mund ab (und schau, ob im Mund noch irgendwo Essen ist, vorsichtshalber) – und fertig. Gut, ich geb zu, es ist keine „saubere“ Angelegenheit, ABER (und das muss ich jetzt in Großbuchstaben schreiben): wir haben auch Brei probiert. Und das war fast noch mehr Sauerei! Oliver will uuuunbedingt den Löffel halten, fuchtelt wild herum, mit den Händen in den Brei, der fliegt überall herum, also das ist eine extrem frustrierende Geschichte gewesen, sowohl für ihn, als auch für uns. (2x haben wir versucht, einmal Grießbrei, einmal unseren Smoothie, weil er den unbedingt kosten wollte ;-))

I’m really happy to have a dog! I just let her do the cleaning afterwards (and she gets less for her own mealtime, and I remove things she’s not allowed to eat like avocado). Then I just wipe with a wet cloth, remove the bib, wipe Olivers hands and mouth (and control if theres any food in his mouth) – and done. Ok, I admit, its not a „clean“ business, BUT (and I really have to write that in capitals): we tried spoon feeding. And it was even dirtier. Oliver wants to hold the spoon at all costs, he waves, gets his hands in the food, throws it everywhere, it was a very frustrating situation, for him as well as for us (we tried twice, once with semolina pudding and once with our smoothie, as he wanted to try it ;-))

Mit dem Fingerfood muss ich nicht extra für ihn kochen (nur „adaptiert“, und das auch nur jetzt am Anfang), brauche keine Zeit zum Füttern, ich ess einfach während er „isst“. Er hat Spaß dabei (ok, er wird auch wütend, wenn er etwas außer Reichweite schiebt z.B., aber das passiert auch mit Spielzeug und das gehört zum Lernprozess denk ich mir) und kostet alles. Manchmal verzieht er ganz witzig das Gesicht, manche Dinge mag er lieber (alles was süß ist, Äpfel, Bananen, Datteln… das hat er von seiner Mama ;-)), manche weniger, er wird schon geschickter mit dem Greifen, also die ganze Erfahrung war bisher eine richtige Freude (abgesehen von der Putzerei)

With finger food I don’t have to cook for him separately (only adapt our recipes, and that only now at the beginning), don’t need time to feed him, I just eat while he „eats“. And he has fun (ok, he also gets angry when he can’t reach a food, but that also happens during playtime with toys and I think it just a learning process?) and tries everything. Sometimes he makes grimaces, thats really funny. And he likes some things more than others already (everything thats sweet like apples, bananas and dates… he comes after his mom I think ;-)) and he already has more subtle fingers, so the whole process has been a real pleasure so far (ok, besides the cleaning part)

Wie ihr seht, ich komm aus dem Schwärmen gar nicht mehr heraus, für uns ist das einfach genau die richtige Methode!! Wie sieht es bei euch aus? Habt ihr ein Baby, dass sich gerne füttern lässt? (Solls ja geben) Oder auch so einen Selbermacher wie ich? Was sind eure Erfahrungen? Tipps?

As you can see I have a slight BLW crush, its just the right method for us!! How about you? Do you have a baby that loves to be spoon-fed? (I heard they are out there) Or one who’s like Oliver? What are your experiences? Tips? 

Weitere Erfahrungsberichte (ich bin nicht alleine „komisch“ ;-)):
Some more field reports:
Daniela von Die kleine Botin
Meliha von Sweettimes
Tom und Anke
Mamamiez

Unterschrift dünn

7 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Hallo hallo :)
    Wir haben einen Sohn, Tristan, der rund zwei Wochen jünger ist als euer Oliver und leben in Berlin. Kurz nach der Geburt beim ersten Rumstöbern habe ich deinen Blog gefunden und lese seitdem gerne mit, vor allem da der Abstand von Tristan zu Oliver so gering ist. Es macht Spaß, wenn ich beim Lesen deiner Einträge denke ‚Ah ja, das kann unser seit gestern auch.‘ .:D
    Tristan ist auch so ein Selbermacher. Greift begierig nach allem, was wir in der Hand haben. Aus Glas oder Tasse muss gleich so getrunkem werden, wie Mama das macht (auch wenn es eher noch nuckeln ist und Kaffee halte ich dann doch lieber fern ;)) und alles wird gekostet. Der erste Angriff hat mich total überrascht, als er nach einem kleinen Gewürzgürkchen in meiner Hand griff und es schon fast im Mund hatte, eh ich verdutzt nach greifen konnte. :D Macht schon Spaß und ich geb ihm auch fast alles was er haben will. Die Gesichter dazu sind goldwert!
    Da wir selber gerade nach ‚Programm‘ kochen, ist bei unserem Essen selten was für ihn dabei, weswegen er Möhrenbrei bekommt, aber den putzt er mittlerweile gierig weg. Ich werde ihm aber auf jeden Fall, immer wenn es sich anbietet, Fingerfood in die Hand drücken und finde das eine super Methode!
    Und da ich erst bei dir gelesen habe, dass man das so konkret mit Namen benennen und befolgen kann – danke für die Entdeckung und die Liste dort oben, über das, was Oliver isst. Ich werde da mal ein bisschen abgucken und schauen, was unser kleiner Mann dazu sagt.

    Liebe Grüße und alles Gute für euch!

    • Liebe Anna, ich freu mich sehr über deinen langen Kommentar!! Klingt ja, als wären unsere Burschen sich sehr ähnlich ;-) Weiterhin alles Liebe, Ulli

  2. ulli du hast den absolut richtigen weg gewählt…auch wenn ab und zu die fragen auftauchen..ist das schon richtig?! an tagen wo sie vielleicht mal nicht soviel essen…trotzdem sollten wir unserem Gefühl und vorallem unseren Kindern vertrauen…

    ich wünsch euch weiterhin viel spaß und bin schon auf deinen Bericht gespannt wenns nudeln mit viel Tomatensoße gibt :-) hihi…

    liebe grüße
    meliha

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